Claudia Coulin

Denkweise der APM Radloff am Beispiel des Fersensporns

Über Beschwerden an Gelenken, Muskeln und Sehnen wird relativ häufig berichtet. Die Krankheitsbilder reichen von akut auftretenden Schmerzen und Krämpfen über Bewegungseinschränkungen bis hin zu seit Jahren bestehenden ausgeprägten Abnutzungserscheinungen. In der Regel sind die betroffenen Strukturen Symptome, die auf etwas aufmerksam machen wollen. Sie sind selbst nicht die Ursache.

Besteht an der Ferse (oder der Achillessehne) über lange Zeit ein behindernder, brennender oder stechender Schmerz, kann mit bildgebenden Verfahren festgestellt werden, ob sich ein Fersensporn gebildet hat. Dieser bildet sich nicht grundlos.

Am Fersenbein befinden sich verschiedene Sehnenansätze. Eine Sehne ist die Schnittstelle, zwischen beweglicher Struktur (Muskel) und statischer Struktur (Knochen) und hat die Aufgabe, die Kraft der Muskulatur auf das Skelett zu übertragen. Ist die Muskulatur über längere Zeit stark gespannt, leidet die Sehne unter dem anhaltenden, verstärkten Zug. Dies hat Reizungen der Sehne, sowie kleine Entzündungen zur Folge. Die Sehne verstärkt sich und baut Kalk ein, um die eigene Struktur zu verstärken und trotz der anhaltenden Muskelspannung nicht zu reissen. Diese «Verstärkung» erkennen wir dann als Kalksporn am Sehnenansatz und nennen sie «Fersensporn». Soweit deckt sich unsere Sichtweise mit der allgemein schulmedizinischen Definition.

Nun hat der Sporn die Funktion des Feuerwehrmanns. Wenn es irgendwo brennt, sind sie rasch da. Trotzdem kämen Sie kaum auf die Idee, den Feuerwehrleuten die Schuld am Brand zuzuschieben.

Einen ähnlichen Schluss ziehen wir aber, wenn es um den Fersensporn geht. Jemand hat stechende Schmerzen in der Ferse (der Brand) und das Röntgengerät präsentiert uns einen Sporn (die Feuerwehrleute). Die entscheidende Frage ist hier: weshalb ist die entsprechende Muskulatur derart gespannt? (Die analoge Frage beim Feuerwehrbeispiel wäre: Wer ist hier der Brandstifter?)

Die Lösung liegt darin, die Ursache der lang bestehenden Spannung festzustellen und diese Ursache zu behandeln.

Welche Brandstifter können es sein?

Wir unterscheiden in der Behandlung drei Ebenen. Jede können wir mit dem Befund beurteilen und behandeln. In jeder Ebene kann die Ursache für eine anhaltende erhöhte Spannung der Plantarfaszie (und somit der Bildung eines Fersensporns) liegen.

1. Ebene = strukturelle Störungen wie Flussbedingungsstörung eines Meridians, blockiertes Fussgelenk, Kniegelenk, Hüftgelenk, Iliosakralgelenke und einiges mehr.
2. Ebene = energetische oder auch physiologische Störung eines Organes. Direkte Auswirkung auf die Ferse haben die Blase, Niere, Dünndarm, Dickdarm, Enddarm, Prostata, Gebärmutter, Eierstöcke, Harnleiter, Harnröhre. Diese organische Störung kann sich zeigen als Divertikel, Menstruationsbeschwerden, Reizdarm, (Durchfall, Verstopfungen) Hämorrhoiden, Prostatavergrösserung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Blasenentzündungen und vieles mehr.

3. Ebene = Emotionen und psychische Themen haben ebenfalls Einfluss auf diese Organe und damit auf die Entstehung des Fersensporns, zum Beispiel: Das Gefühl des nicht Genügens, oder der Druck des Selbständigen; «Es reicht nicht.» Und die daraus entstehende Existenzangst.

Nun ist es die Aufgabe des Radloff-Therapeuten, mit Ihrer Hilfe unter den vielen möglichen Ursachen zu suchen und festzustellen, womit die schmerzhafte Veränderung der Sehne am Fersenbein beruhigt werden kann.

 

Tipps bei Fersensporn

Von Peter Jeker

Gerne möchten wir Ihnen auch dieses Mal einige Tipps zur Selbstbehandlung mit auf den Weg geben. Zusätzlich möchten wir Ihnen ein paar Hinweise auf mögliche Ursachen geben, welche nicht am Ort der Beschwerde sind. Wenn wir uns die verschiedenen möglichen Ursachen ansehen, dann gibt es einige Selbsthilfemassnahmen welch nach Ihrer Wirkung geprüft werden müssen. Grundsätzlich können lokale, das heisst im Bereich des Fersensporns, und andere auf Organe wirkende Massnahmen unterschieden werden.

Lokale Massnahmen an der Ferse

Kälteanwendung: 30 Sekunden lang Eis direkt auf den schmerzenden Sporn halten und testen ob der Schmerz damit gelindert werden kann. Ist dies der Fall können Sie immer wieder, wenn der Schmerz zunimmt für maximal 30 Sekunden Eis auflegen.

Wärmeanwendung: Dasselbe Vorgehen wie bei der Kälteanwendung. Aber Vorsicht. Auch Wärme Anwendungen immer nur für 30 Sekunden!

Organische Massnahmen

Mögliche Ursachen in Organen wie Dickdarm, Dünndarm, Nieren, Harnleitern Blase und anderen Unterleibsorganen sind möglich. Dies in diesem Heft detailliert zu erklären ginge zu weit. Aber trotzdem. Wenn Sie bei sich eine Vermutung haben, welches der genannten Organe eine Störung haben könnte immer wieder Blasenentzündung, Hämorrhoiden, genitaler Pilzbefall oder andere Auffälligkeiten im Genitalbereich, Verdauungsprobleme wie häufiger Stuhlgang oder Verstopfung oder Blähungen, Nierenschwäche usw. suchen Sie einen APM Radloff Therapeuten auf.

Ernährung

Ernährungsfragen sind in aller Munde. Esse ich das Richtige das falsche? Dies an dieser Stelle zu beantworten scheint mir nicht möglich. Allerdings können Sie austesten ob Ihnen bezüglich Nahrung etwas nicht so bekommt wie es sollte. Und bitte vergessen Sie allen gängigen Ernährungsratschläge!

Diät

Sollten Sie bezüglich der Verdauung Auffälligkeiten wie oben beschrieben feststellen, versuchen Sie es mit einer 4-tägigen Reiskur. Das heisst Sie essen an 4 Tagen ausschliesslich Reis. Das Verhältnis ist 3 Teile Wasser und 1 Teil Reis. Verwenden Sie am besten noch ein hochwertiges Salz ohne Zusätze. Trinken Sie viel aber möglichst nur stilles Wasser. Beobachten Sie während dieser Zeit Ihren Fersensporn bzw. Ihre Verdauung. Sollte eine positive Veränderung eintreten wissen Sie, dass Sie etwas essen was Ihrem Körper nicht bekommt und er mit dem Fersensporn als Alarmzeichen reagiert.

Beschwerden

Sollten Sie an einem Fersensporn leiden und gleichzeitig unklare Unterleibsbeschwerden haben, suchen Sie entweder einen erfahrenen Radloff Therapeuten auf oder sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, bevor Sie den Fersensporn behandeln oder gar operieren. Es ist möglich, dass Sie einen bakteriellen Befall oder Pilzbefall im Bereich des Unterleibes haben, aber keine wesentliche Symptomatik spüren.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Klient von mir hatte in der Blase einen viralen Befall, welcher ihm jahrelange Achillessehnenbeschwerden verursachte.