Klaus Radloff

Manuelle Lymphdrainage und die APM nach Radloff

Allgemein wird die Manuelle Lymphdrainage (ML) als einzige Methode zur Behandlung von Ödemen gesehen. Es ist bisher weniger bekannt, dass die Energetisch-Statische-Behandlung (ESB/APM) bei gleichen Indikationen schneller, effektiver und mit geringerem Zeitaufwand wirkt.
Beide Methoden wenden sich an die Lymphgefässe, die u.a. das in den Geweben anfallende Gewebswasser abtransportieren sollen. Für diese Aufgabe sind diese Gefässe nicht mit speziellen anatomischen Einrichtungen ausgestattet, sondern nutzen zur Bewegung der Gewebsflüssigkeiten die Kontraktionsbewegungen der Muskulatur, die sog. Muskelpumpe.

 

Die Manuelle Lymphdrainage

Bei der Manuellen Lymphdrainage werden mit sanften Behandlungsgriffen die Bewegungen der Muskulatur nachgeahmt und so lymphatische Stauungen vermindert. Der dabei erforderliche Zeitaufwand ist relativ gross und es muss mit etwa einer Stunde Behandlungszeit pro Extremität gerechnet werden. Weiterhin hat es sich gezeigt, dass die mit einer Erstbehandlung erzielten Verbesserungen in vielen Fällen bis zum nächsten Behandlungstermin oft nicht erhalten bleiben. Deshalb müssen bei der ML häufig relativ viele Einzelbehandlungen für eine Behandlungsserie durchgefürt werden.

Die Beckenbehandlung der APM nach Radloff – Grundlage der Ödemtherapie

Die Beckenbehandlung der APM nach Radloff ist Teil der Wirbelsäulenbehandlung und unverzichtbare Voraussetzung bei der Ödembehandlung. Die oft in ihrer Bewegung eingeschränkten Ilio-Sakral-Gelenke (ISG) sollen dabei ihre ursprüngliche, physiologische Beweglichkeit zurückerlangen. Die ISG sollten sich um ihre drei Achsen beim Gehen zugleich bewegen. Es hat sich gezeigt, dass deren Blockaden achstypische Bewegungseinschränkungen der Hüftgelenke auslösen, die einfach beobachtet werden können:

  1. Patient in Bauchlage: Bei der Flexion der Unterschenkel in Richtung auf das Becken sind die Abstände zwischen der Ferse und dem Gesäss unterschiedlich.
  2. Patient in Bauchlage: Die Bewegung der beiden Unterschenkel nach aussen (Innenrotation im Hüftgelenk) ergibt unterschiedliche Bewegungsweiten.
  3. Patient in Rückenlage: Die Abduktionsbewegung beider Beine im Hüftgelenk lässt sich unterschiedlich weit führen.

Diese unterschiedlichen Bewegungsweiten lassen sich durch die Beckenbehandlung der ESB/APM, mit der die Beckengelenke mobilisiert werden, ausgleichen. Aus den Reaktionen kann geschlossen werden, dass nicht nur die unterschiedlichen Bewegungsweiten im Hüftgelenk muskulären Ursprungs sind, sondern ebenso für die Entstehung von Ödemen verantwortlich gemacht werden müssen. Die für den Lymphabfluss notwendigen Muskelbewegungen, sind wegen der von den ISG ausgelösten lokalen Tonussteigerungen der Beinmuskulatur, die bis hin zu Kontrakturen reichen können, nicht mehr möglich. Stattdessen findet eine konstante, den Abfluss behindernde Kompression der Lymphgefässe statt, weil die „Muskelpumpe“ unter diesen Umständen nicht mehr wirksam sein kann.
ML-Behandlungen mit denen lediglich Gewebswasser abgeleitet wird, ohne dass die diesem Geschehen zugrunde liegenden muskulären Veränderungen behandelt werden, bedürfen vieler Wiederholungen und nicht selten in ihrer Wirkung unbefriedigend. Deshalb sollte ein Behandlungsweg bevorzugt werden, mit dem die die Ödeme verursachenden Spannungsanomalien der Muskulatur normalisiert werden. Das Abfliessen der Ödeme kann bei der ESB/APM meist bereits während der Behandlung beobachtet werden und setzt sich im Anschluss an die Behandlung noch weiter fort. So wird mit wenigen Behandlungen Normalität erreicht. Die Kombination beider Behandlungsmethoden ist vorstellbar.

Lymphödeme der Arme

Massive und langfristig bestehende Schwellungen der oberen Extremität sind oft die Nachwirkungen von Operationen bei Brustkrebs. Da bei solchen Operationen vielfach grosse Teile der Lymphdrüsen im Achsel- und Oberarmbereich mit entfernt werden müssen, treten lymphatische Stauungen des Armes häufig auf. Dazu kommen möglicherweise zusätzliche Bestrahlungsschäden, die sich gleichsam wie Verbrennungen ebenfalls stauend auf die Lymphgefässe auswirken. Bei diesem Krankheitsbild gilt die Manuelle Lymphdrainage ebenfalls als Indikation. Das obwohl die Behandlungsergebnisse wegen der kaum überwindbaren, operationsbedingten und möglicherweise durch Bestrahlung verursachten Veränderungen der Lymphgefässe oft unbefriedigend bleiben müssen.
Um unter diesen, teilweise denkbar schlechten Voraussetzungen wirksam sein zu können, sollten zusätzliche Möglichkeiten zur Einflussnahme in Erwägung gezogen werden. Auch hier bietet die ESB/APM mit ihrer Wirbelsäulenbehandlung zusätzliche Hilfe. Der Heilungsablauf wird auch damit optimiert und in den Grenzfällen, die sich bisher kaum beeinflussen liessen, bieten sich über die Wirbelsäule zusätzliche Möglichkeiten zur Einflussnahme.
Insbesondere nach grossen Operationen im Brustgebiet aber auch durch Schonhaltung etc. kommt es zu Torsionen (Drehungen) der Wirbel im Übergang zwischen der Brustwirbel- und der Halswirbelsäule. Dabei geschieht es, dass die dort austretenden und den Arm versorgenden Spinalnerven (C5 – C7, Th1) durch die vorliegenden Fehlstellungen der Wirbel irritiert werden und so Tonussteigerungen der Armmuskulatur auslösen. Die Normalisierung dieser Wirbelstellungen und die Wiederherstellung ihrer physiologischen Beweglichkeit ist mit den Mitteln der ESB/APM ohne grösseren Aufwand möglich und bewirkt eine weitere, deutliche Entlastung gestauter Lymphbahnen.

Schleudertrauma im Vergleich ML und APM nach Radloff

Bei einem Schleudertrauma bestehen meist extreme Reizzustände. Es wird als bewährte Indikation der ML (Manuellen Lymphdrainage) genannt. Der Abbau von Ödemen im Bereich der Wirbelgelenke und der umgebenden Muskulatur wird angestrebt. Befundungsmöglichkeiten existieren bei der ML nicht. Da die ML am Ort ihrer Applikation keineswegs sedierend (beruhigend), sondern tatsächlich sanft anregend wirkt, sollten die zu behandelnden Lokalisationen zwar im Lymphabflussgebiet, aber auf jeden Fall ausserhalb der überreizten Region im normalen Gewebe liegen. Nur dadurch kann eine unangebrachte Reizsteigerung vermieden und Besserung erreicht werden. Die Bestimmung der genauen Grenzen zwischen den gereizten Gebieten, die auf Berührung mit Intensivierung bestehender Beschwerden reagieren und dem nichtbetroffenen Gebiet, das imstande ist abfliessendes Gewebswasser aufzunehmen ist schwierig.
Im Gegensatz dazu existieren bei der ESB/APM vielfältige Kontroll- und Befundungsmöglichkeiten, mit Hilfe deren Aussagen das Behandlungsvorgehen geplant und die Richtigkeit des gewählten Vorgehens in jedem Moment der Behandlung kontrolliert werden kann.

Der Hauttastbefund der APM nach Radloff

Es existiert ein Hauttastbefund der dem Therapeuten bei jeder Berührung der Körperoberfläche seines Patienten sinngemäss signalisiert, dass hier angefasst werden darf oder diese Stelle besser in Ruhe gelassen werden sollte. Das macht die Anpassung der Behandlung nicht nur an den individuellen Zustand des Patienten, sondern auch an die, teilweise während einer Sitzung eintretenden Zustandsänderungen möglich. Die so erreichbare Optimierung der Behandlung ist Voraussetzung für zuverlässige, schnelle und anhaltende Behandlungsfortschritte.

Kontrollierte Wirbelsäulenbehandlung

Die Behandlung der durch ein Schleudertrauma ausgelösten, multiplen Subluxationen der Halswirbel - Wirbelfehlstellungen mit hoch schmerzhaften Bewegungseinschränkungen – stehen im Gegensatz zu vielen anderen Behandlungsmethoden bei denen diese Behinderungen nicht bedacht werden, bei der ESB/APM an vorrangiger Stelle. Neben absolut gewalt- und völlig schmerzloser Grifftechnik existiert auch hier eine spezielle Befundungstechnik, die Ohr-Reflexzonen-Kontrolle n. Radloff:
Jede Ohrmuschel repräsentiert die Strukturen ihrer Körperseite. Dazu gehört selbstverständlich die Wirbelsäule. Fehlartikulationen einzelner Wirbel bilden charakteristische Ohrzonen, mit denen einmal für die praktische Therapie ausreichend genau Wirbellokalisationen vorgenommen werden können und die nach entsprechender Behandlung spontan unauffällig werden. Das ermöglicht eine in der manuellen Therapie bisher unbekannte, und allgemein für nicht möglich gehaltene Präzision und Effektivität.

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