Multiple Sklerose (MS)

Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste neurologische Erkrankung des jungen Erwachsenenalters in Europa und Nordamerika. Eine Langzeittherapie kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und die Intensität der Krankheitsschübe vermindern.

Das gilt auch für die Akupunktur Massage nach Radloff. Erfahrungen bestehen dazu seit weit mehr als 30 Jahren. Durch diese Methode können erfahrungsgemäss verschlimmernde Krankheitsschübe entweder verhindert oder in ihrer Intensität deutlich vermindert werden.

Was sehr gut und nachhaltig beeinflussbar ist, sind die vegetativen Funktionen. Obstipation und Inkontinenz, die zwei häufigsten, sind zur Erleichterung der Klienten sehr oft mit wenigen Behandlungen positiv beeinflussbar.

Behandlungsbericht Multiple Sklerose

Ende der Siebziger Jahre habe ich eine Gruppe von 10 gehfähigen Patienten mit Multipler Sklerose, während etwa 5 Jahren betreut. Die diesen Patienten gemeinsame Symptomatik war eine ausgeprägte Muskelschwäche der Beinmuskulatur. Sie konnten alle in Rückenlage ihre Beine nur mit sehr viel Mühe abwechselnd gestreckt anheben. Nach der Behandlung gelang ihnen das ohne nennenswerte Anstrengung, und sie konnten, so berichteten sie stolz, auf dem Heimweg andere Passanten beim Gehen überholen. Leider war dieser positive Effekt nicht dauerhaft, also bis zur nächsten Behandlung wieder abgeklungen. Allerdings verringerten sich die Zeitabstände und die Stärke der verschlimmernden Schübe deutlich. Als weiteres Behandlungsergebnis lassen sich in der Regel gestörte vegetative Funktionen wie Opstipation, Inkontinenz und auch Magenschmerzen deutlich verbessern.

Wochenendseminare bei einer MS-Selbsthilfegruppe

Viele Jahre später hatte ich die Aufgabe bei einer Selbsthilfegruppe, der AMSEL, Wochenendseminare zu leiten. Die Teilnehmenden berichteten über ihre Therapieerfahrungen und fanden u.a. Fußreflexzonenmassagen als hilfreich und angenehm, während Therapiemaßnahmen am Rücken, wie beispielsweise Massagen und Elektrotherapie allgemein abgelehnt wurden. Durch Behandlungen mit der APM nach Radloff gelang es, den einen oder anderen Rollstuhlfahrer unter den Teilnehmenden vorübergehend zum Stehen zu bringen. Eine Position, die seit Jahren nicht mehr eingenommen werden konnte.

Wirkung der APM nach Radloff

Die Multiple Sklerose wird als entzündlich degenerative Erkrankung des Rückenmarks beschrieben.  Aus diesem Grund halte ich jede zusätzlich zugeführte mechanische Reizung des Rückens für kontraindiziert. Die behandelten Körpergebiete sind deshalb die Rück- und Vorderseite der Beine sowie die gesamte Fläche der Vorderseite des Körpers. (SAM-Ventral).

Durch diese Art der Reizsetzung findet eine Energieverlagerung statt. Die Konsequenz davon ist, dass die entzündeten Bereiche des Rückenmarks zumindest kurzfristig  entlastet werden. In diesem Zeitraum, der leider max. 2 Tage andauert, geht es den Klienten deutlich besser. Leider sind die Entzündungsherde im Rückenmark meist so groß, dass sich der Zustand wieder verschlechtert und damit auch die Beschwerden erneut zunehmen.

Fazit

Aus den hier geschilderten und auch aus später beobachteten Behandlungsreaktionen, glaube ich ableiten zu können, dass bei diesem Krankheitsbild mit der o.g. Behandlungstechnik einerseits leichte, allerdings vorübergehende Zustandsverbesserungen erzielt werden können. Einzig die vegetativen Symptome erfahren eine länger andauernde Verbesserung. Verschlimmerungen habe ich dabei bisher nicht gesehen.

Klaus Radloff und Peter Jeker